Mit klarem Fokus zurück aufs Feld: Kapitänin Nina Ehegötz über den bisherigen Saisonverlauf, die Rückrunde in der 2. Bundesliga und ihre Vertragsverlängerung
- 7. Feb.
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Nach einer intensiven Hinrunde in der 2. Bundesliga – der ersten Zweitliga-Saison nach dem Aufstieg im Sommer – ist die Rückrunde für unser Team angebrochen. Mit dem 1:0-Erfolg gegen Borussia Mönchengladbach und der knappen 0:1-Niederlage gegen den FC Ingolstadt sind bereits die ersten Pflichtspiele des neuen Jahres absolviert. Morgen am Sonntag geht es in der 2. Bundesliga mit dem ersten wichtigen Auswärtsspiel 2026 weiter. Als Tabellenfünfter reisen wir zu den viertplatzierten Frauen des FSV Mainz 05.
Im Interview spricht Kapitänin Nina Ehegötz über die Höhen und Tiefen der ersten Saisonhälfte, die Bedeutung des Winter-Trainingslagers, die Ziele für die Rückrunde und ihre eigene Vertragsverlängerung.

Erstmal Nina, wie geht es dir aktuell? Zum Jahresende musstest du dich einem lang geplanten Eingriff am Knie unterziehen und hast dem Team gegen Potsdam und Andernach gefehlt. Am vergangenen Sonntag hast du gegen Ingolstadt dein Comeback gegeben.
Mir geht es gut, danke! Nach der OP im Dezember ist alles nach Plan verlaufen und ich habe schnell gute Fortschritte gemacht. Natürlich war ich ungeduldig und wollte so schnell wie möglich wieder mit dem Team auf dem Platz stehen. Umso schöner war es, schon im Januar wieder voll ins Teamtraining einzusteigen. Mit dem Knie sieht es aktuell sehr gut aus und ich bin positiv gestimmt, die Rückrunde schmerzfrei und ohne Probleme spielen zu können.
Die erste Saisonhälfte in der 2. Bundesliga ist gespielt. Wie fällt dein Fazit zur Hinrunde in der neuen Liga aus?
Grundsätzlich würde ich sagen, dass die erste Saisonhälfte für uns als Aufsteigerinnen positiv war. Wir haben etwas Zeit gebraucht, um uns zu finden. Das ist aber mit vielen neuen Spielerinnen und einer neuen Liga ganz normal. An die neuen Anforderungen mussten wir uns erst gewöhnen, aber insgesamt haben wir gut zueinandergefunden.
Ich finde, dass unsere Leistung in vielen Spielen gestimmt hat, wir aber gerade zu Beginn der Saison häufig mit Unentschieden aus den Partien gegangen sind, obwohl mehr möglich gewesen wäre. Innerhalb der Hinrunde gab es noch einige Schwankungen. In Phasen, in denen es gut lief, folgte auch mal wieder ein schwächeres Spiel oder eine Niederlage. Es hat noch etwas an Konstanz gefehlt.
Umso schöner war es deshalb, dass wir vor der Winterpause gegen Andernach ein starkes Spiel gemacht und mit einem überzeugenden Sieg abgeschlossen haben. Das war ein richtig guter Jahresabschluss und hat uns allen sehr viel Mut für die Rückrunde gegeben.
Gab es neben den Ergebnissen ein Highlight, das dir besonders in Erinnerung geblieben ist?
Als Team ganz klar das Spiel gegen Andernach, auch wenn ich da sogar selbst nur zuschauen konnte. Die Art und Weise, wie wir dort gespielt haben, diese Energie auf dem Platz und auf der Bank, dieses Gefühl von Einheit, das war richtig ansteckend.
Mein persönliches Highlight war das DFB-Pokalspiel gegen Frankfurt im September vor fast 3.000 Fans in Lichterfelde. Auch wenn wir es verloren haben, hatte ich das Gefühl, dass vielleicht sogar mehr drin gewesen wäre. Wir haben die Frankfurterinnen gut geärgert, und es hat unglaublich viel Spaß gemacht, gegen ein Top-Team aus der 1. Liga zu spielen. Ich hoffe auf mehr davon in der Zukunft.

Zur Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte war das ganze Team Mitte Januar im Trainingslager auf Malta. Was waren dort die zentralen Themen?
Wir konnten gezielt an unserer Taktik arbeiten, zwei Spiele absolvieren und insgesamt sehr viel mitnehmen. Die Woche hat uns sehr geholfen. Wir hatten super Bedingungen mit richtig guten Plätzen, auf denen es einfach Spaß macht, Fußball zu spielen.
Gleichzeitig war auch die Zeit neben dem Platz extrem wertvoll. Unsere Mental Coaches Selina und Billa waren ebenfalls mit dabei, und die gemeinsamen Sessions haben uns als Team noch enger zusammengeschweißt. Dazu kamen gemeinsame Aktivitäten und Spieleabende. Der Mix aus intensiver Arbeit auf dem Platz und Zeit als Team daneben macht ein Trainingslager besonders und bringt uns für die Saison definitiv weiter.
Was habt ihr euch als Team für die Rückrunde vorgenommen?
Vor allem wollen wir uns für das belohnen, was wir alle investieren. Das bedeutet zum Beispiel, konsequenter vor dem Tor zu sein und nicht so einfache Gegentore zu bekommen. Wichtig ist dabei, konstant eine gewisse Energie auf den Platz zu bringen. Genau an diesen Punkten arbeiten wir intensiv. Das ist uns in den beiden ersten Spielen 2026 teilweise gelungen, teilweise noch nicht. Aber wir sind selbst alle sehr kritisch und wollen uns unbedingt von Spiel zu Spiel verbessern.
Als Kapitänin hast du deinen Vertrag Ende Januar als erste Spielerin verlängert. Was war für dich ausschlaggebend, den gemeinsamen Weg fortzusetzen?
Ich durfte die Entwicklung hier in den letzten dreieinhalb Jahren miterleben und bin einfach beeindruckt, mit wie viel Leidenschaft und Wertschätzung jeden Tag daran gearbeitet wird, uns als Team und als Club besser zu machen. Es macht unglaublich viel Spaß, jeden Tag mit meinen Mitspielerinnen und dem Staff auf dem Platz zu stehen, gemeinsam zu wachsen und so viele besondere Momente zu teilen. Ich bin sehr glücklich und stolz, diese Entwicklung weiter mitzugehen und den FC Viktoria Berlin weiter nach oben zu bringen.

Als letzte Frage: Was zeichnet unser Team aus?
Unser Team zeichnet vor allem der Wille auf dem Platz aus: gewinnen zu wollen, jeden Zweikampf anzunehmen und immer weiterzumachen. Auch wenn wir mal in Rückstand liegen, kommen wir oft zurück. Das ist eine große Stärke von uns.
Diese Intensität gibt es auch neben dem Platz, ob bei einer Runde Werwolf oder beim Teamabend. Wir haben eine sehr hohe Energie im Team, und es macht einfach richtig Spaß, mit allen zusammen zu sein, egal wo wir gerade sind.
Ich freue mich sehr auf die Zukunft mit diesem besonderen Team!

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