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Von der Kraft des Netzwerks - Ein Interview mit Pia Ortner

Kommunikation bedeutet auch Netzwerken, sich mit anderen Menschen verbinden, Gleichgesinnte finden und sich gegenseitig stärken. Oder wie man in Berlin sagt: Jut, wenn man jemanden kennt, der wen kennt. Die Kooperation zwischen FC Viktoria Berlin und Jokoladebeispielsweise ist über Kontakte von Kontakten entstanden. Im Start-up-Bereich spielt Netzwerken eine entscheidende Rolle und kann oft den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg ausmachen.


Unser Team der Frauen ist Teil des Vereins FC Viktoria 1889 Berlin, versteht sich gleichzeitig aber auch als Fussball Start-up. Wir handeln unternehmerisch und setzen auf ein starkes und einzigartiges Netzwerk aus Politik, Wirtschaft, Kultur/Medien und Sport. Ziel ist nicht nur fußballerischer Erfolg, sondern auch ein nachhaltiges und soziales Female Movement.


Für den gegenseitigen Support von Frauen im Sport gibt es zahlreiche, großartige Initiativen wie The League oder Equalate. Darüber hinaus bietet der FC Viktoria Berlin seinen Spielerinnen ein Mentoring-Programm mit unseren zahlreichen Investor*innen.Eines der vielen Mentoring-Tandems sind Pia Ortner und Anja Mengel. Inwiefern Pia von ihrer Mentorin profitiert, erzählt sie im Interview.

Prof. Dr. Anja Mengel (r.) ist seit über 24 Jahren Anwältin und spezialisiert auf Arbeitsrecht - sie hat beruflich gesehen also rein gar nichts mit dem Sport-Business zu tun. Trotzdem passen Anja und Pia zusammen wie Ball und Tor. Pia Ortner (l.), unsere Spielerin mit der Rückennummer 10, spielt seit 2014 für den FC Viktoria Berlin. Die 19-Jährige hat vor einem Jahr Abi gemacht und gerade ihren Bundesfreiwilligen- dienst beim Berliner Fußball-Verband beendet.

(Credit: Kai Heuser, @heuserkampf) _________________________________________________

I N T E R V I E W M I T P I A O R T N E R

Was hast du in deinem Jahr beim Berliner Fußball-Verband gelernt?

P I Ich habe den ganzen Verband kennengelernt. Ich hatte Einblick in ganz unterschiedliche Projekte und Aufgaben. Ich war zum Beispiel bei einem Projekt für Geflüchtete, bei einem Mädchenprojekt und in der Schiedsrichterabteilung. Mein Highlight:nIch war beim DFB-Pokal-Finale der Männer.

Welchen Weg möchtest du jetzt einschlagen?

P I Ich möchte auf jeden Fall studieren. Entweder Sportwissenschaften oder Sportmanagement. Aber da muss ich mich noch einlesen, was die beruflichen Möglichkeiten angeht. Ich kann mir natürlich auch eine sportliche Karriere vorstellen, wenn ich wieder fit bin. Ich hatte vor zwei Monaten einen Meniskusriss. Meine Eltern unterstützen mich und finden cool, was ich mache, aber wollen natürlich auch, dass ich abgesichert bin.


Woher hast du deine Zielstrebigkeit?

P I Wenn man jung ist, denkt man viel über den späteren Beruf nach. Aber ich habe das Gefühl, dass viele in meinem Alter nicht genau wissen, was sie wollen. Ich habe durch den Fußball das Glück, dass ich genau weiß, was mir Spaß macht. Und ich habe gesehen, wie cool die Leute sind, die im Sportbereich arbeiten.

Wie bist du mit deiner Mentorin Anja zusammengekommen?


P I Die Paarungen im Programm sind zufällig entstanden. Alle Spielerinnen, die Interesse hatten, konnten sich melden. Ebenso die Investor*innen. Wir wurden also größtenteils frei eingeteilt. Aber man konnte auch gezielt nach jemanden suchen. Ursprünglich wollte ich sogar mal Anwältin werden. Aber ich habe Anjas Alltag mitbekommen und gemerkt: Jura wäre nichts für mich. Gesetze auswendig lernen, super viel Schreibkram, den ganzen Tag sitzen… Im Studium ist das ok, aber danach fängt der eigentliche Job ja erst an. Ich will Menschen und Abwechslung. Wie im Sport.


Wie arbeitet ihr zusammen?


P I Wir treffen uns alle drei bis vier Wochen persönlich in einem Restaurant. Beim ersten Treffen war ich etwas aufgeregt. Inzwischen ist es so, als würde ich mich mit einer Freundin treffen. Das dauert dann schon mal drei, vier Stunden. Wir reden einfach beide gern. Sie erzählt von ihrem Beruf - sie ist ja viel unterwegs, in anderen Städten auch international - ich erzähle vom Fußball. Anja gehört ja schon zum Inventar, ist fast bei jedem Heimspiel und mega interessiert.


Sie kann also auch was von dir lernen …


P I Ja, für sie ist es mega cool, Einblick in die Mannschaft zu bekommen, ich bin quasi ihr Zugang zum Team. Das ist ja was anderes, als wenn man nur Zuschauerin ist.


Anja hat ihr Studium abgeschlossen, zehn Jahre bevor du auf die Welt kamst. Was hast du bisher von ihr gelernt?


P I Dass ich zwar nicht Anwältin werden will, aber dass mich das selbständige Arbeiten reizt. Ich kenne super viele beim Berliner Fußball-Verband, die arbeiten nine to five. Für manche ist es das Beste, weil sie einen festen Rhythmus haben. Aber ich kann mir meinen Tag schon immer super gut selbst einteilen. Ich habe nicht das Gefühl, dass ich mich überarbeiten würde. Ich bin sehr strukturiert und habe für alles mögliche Listen. Was ich noch von Anja gelernt habe: Wie ich mit Stress, Druck oder Kritik umgehen kann. Zum Beispiel gab es innerhalb der Mannschaft mal Stress mit einer Mitspielerin. Sie war genervt, ich war genervt. Anja hat mir geraten, nochmal auf die Person zuzugehen, mich auszusprechen. Das war gut.


Das Mentoring-Programm lief jetzt ein Jahr lang. Im neuen Jahr startet quasi die zweite Staffel. Machst du weiter, wirfst du deinen Namen wieder in den Lostopf?


P I Ich würde gerne weitermachen und auch in andere Berufsfelder reingucken. Vielleicht suche ich mir auch explizit jemanden aus - für mich ist ja die Frage mit dem Studium interessant. Vielleicht kann ich dual studieren - mal gucken, was da möglich ist und welche Kontakte sich ergeben!

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